Ratgeber · Termine und Online-Buchung

Online-Terminbuchung für Friseure: Einrichten ohne Provision

Für Friseure, Barbershops · 6 Minuten Lesezeit · geprüft am 14. Oktober 2026

Kurz gesagt

Mit einer Online-Terminbuchung buchen deine Kunden rund um die Uhr, ohne dass dein Telefon beim Schneiden klingelt. Für Friseure zählen vor allem Einwirkzeiten, Pufferzeiten, die Wahl der Mitarbeiterin und Preise „ab“ je nach Haarlänge. Eine eigene Buchungsseite kostet dich keine Provision, ein Marktplatz bringt dir dafür Neukunden.

Was deine Kunden von einer Online-Buchung erwarten

Wenn einer Kundin abends auf dem Sofa einfällt, dass sie einen Haarschnitt braucht, hast du längst geschlossen. Muss sie anrufen, verschiebt sie es auf morgen und vergisst es. Eine Online-Buchung fängt genau diese Kunden ab. Damit sie funktioniert, muss sie diese Erwartungen erfüllen:

  • Buchen rund um die Uhr, auch sonntags um 22 Uhr, ohne Rückruf.
  • Sofortige Bestätigung per E-Mail, nicht „wir melden uns“.
  • Freie Zeiten auf einen Blick, am besten mit der Lieblingsfriseurin oder „egal wer“.
  • Preis und Dauer vorher sehen, gerne als „ab 45 €“, wenn es von der Haarlänge abhängt.
  • Selbst umbuchen oder absagen per Link aus der Bestätigung, ohne anzurufen.
  • Wenige Klicks: Leistung, Zeit, Name, Telefon, E-Mail. Ein Kundenkonto mit Passwort schreckt ab.

Was die Software für einen Friseursalon können muss

Ein allgemeiner Terminkalender reicht für einen Salon selten. Haarschnitte sind kurz, Farbe ist lang und hat Pausen. Achte bei der Auswahl auf diese Punkte:

FunktionWarum sie wichtig istBeispiel
EinwirkzeitenWährend die Farbe wirkt, kannst du einen kurzen Termin dazwischenschieben.Ansatzfarbe: 20 Min. Arbeit, 35 Min. Einwirken, 25 Min. Waschen und Föhnen
PufferzeitenZeit zum Fegen, Kassieren und Durchatmen, ohne dass Kunden sie buchen können.10 Min. nach jeder Farbbehandlung
MitarbeiterauswahlStammkunden wollen zu ihrer Friseurin, Neukunden nehmen den ersten freien Platz.„Lisa“ oder „egal wer“
Dauer und Preis je HaarlängeLanges Haar braucht mehr Zeit. Ohne Unterschied fehlen dir am Ende Minuten.Strähnen kurz ab 79 €, lang ab 109 €
VorlaufzeitVerhindert Buchungen fünf Minuten vor Termin.frühestens 2 Stunden vorher online
Nur auf AnfrageManche Leistungen brauchen erst eine Beratung.Farbkorrektur, Blondierung von Schwarz

Gib nicht jede Leistung online frei. Schnitt, Ansatz und Bartpflege lassen sich gut online buchen. Komplizierte Farbarbeiten stellst du auf „Beratung buchen“.

Marktplatz oder eigene Buchungsseite?

Es gibt zwei Wege. Auf einem Marktplatz wie Treatwell erscheinst du in einer Liste mit anderen Salons. Mit einer eigenen Buchungsseite bekommst du einen Link, den du überall teilst. Beides hat seinen Platz, aber die Kosten unterscheiden sich deutlich.

MarktplatzEigene Buchungsseite
NeukundenKunden finden dich über die PlattformKunden kommen über Google, Instagram, Empfehlungen
KostenMonatsgebühr plus Provision auf neue Marktplatz-KundenMonatsgebühr, keine Provision
KundendatenKunde bucht auf der Plattform, du konkurrierst neben anderen SalonsKunde bucht direkt bei dir
Bewertungenliegen auf der Plattformsammelst du bei Google, wo sie dir überall nützen

Zu den Zahlen: Treatwell nimmt laut eigener Preisseite eine Neukundenprovision auf Marktplatz-Buchungen, deren Höhe je nach Standort unterschiedlich ist. Auf der Preisseite von Salonized, das zur Treatwell-Gruppe gehört, stehen 35 % für neue Treatwell-Buchungen. Wiederholte Buchungen derselben Kundin über den Marktplatz sind laut Treatwell provisionsfrei.

Ein Rechenbeispiel: Eine Neukundin bucht über den Marktplatz Strähnen für 120 €. Bei 35 % Provision gehen davon 42 € an die Plattform. Bei zehn solchen Neukunden im Monat sind das 420 €. Lohnt sich das? Wenn diese Kunden wiederkommen und du sonst keine Neukunden findest, kann es sich rechnen. Wenn dein Kalender ohnehin voll ist, eher nicht.

Ein gängiger Weg ist beides: Marktplatz für die Sichtbarkeit am Anfang, eigene Buchungsseite für alle Stammkunden. Wichtig ist dann, dass Stammkunden ab dem zweiten Termin über deinen eigenen Link buchen. Praxsy ist zum Beispiel eine eigene Buchungsseite mit Widget für deine Website, ab 19 € im Monat und ohne Provision.

Wo du deinen Buchungslink einbindest

Ein Buchungslink bringt nur etwas, wenn Kunden ihn finden. Diese Stellen lohnen sich:

  • Google-Unternehmensprofil: Bei Friseursalons kannst du einen Link für Terminvereinbarungen hinterlegen. Kunden buchen dann direkt aus der Google-Suche oder Google Maps heraus.
  • Website: Ein Buchen-Button ganz oben auf jeder Seite oder ein eingebettetes Buchungsfenster.
  • Instagram: Aktionsbutton „Jetzt buchen“ im Profil, Link in der Bio, Link-Sticker in Storys.
  • WhatsApp Business: Link in der automatischen Begrüßungs- oder Abwesenheitsnachricht.
  • Im Salon: QR-Code am Spiegel und an der Kasse, auf der Terminkarte und der Visitenkarte.
  • Anrufbeantworter: „Termine kannst du jederzeit online auf unserer Website buchen.“

Regeln, die du vorher festlegen solltest

Online-Buchung heißt nicht, dass jeder jederzeit alles buchen kann. Leg ein paar Regeln fest und schreib sie sichtbar auf die Buchungsseite:

  • Wie weit im Voraus: etwa bis 8 Wochen. Länger führt oft zu vergessenen Terminen.
  • Wie kurzfristig: zum Beispiel frühestens 2 Stunden vorher.
  • Absagefrist: zum Beispiel kostenlos bis 24 Stunden vorher, per Link.
  • Anzahlung: nur für lange Termine oder Neukunden, damit Stammkunden nicht abgeschreckt werden.
  • Wer bestätigt: sofort automatisch oder erst nach deiner Freigabe. Automatisch ist bequemer für Kunden, Freigabe sicherer bei Beratungsleistungen.

Willst du eine Ausfallgebühr oder Anzahlung verlangen, muss sie bei der Buchung klar vereinbart sein. Ein Hinweis, der erst in der Erinnerung auftaucht, reicht nicht.

Checkliste: Online-Buchung in 30 Minuten einrichten

  1. Leistungen anlegen (10 Minuten): Name, Dauer, Preis „ab“ und, falls deine Software das kann, Einwirk- und Pufferzeiten. Fang mit den 8 bis 10 häufigsten Leistungen an.
  2. Mitarbeiterinnen und Arbeitszeiten eintragen (5 Minuten): Wer kann was, wer arbeitet wann.
  3. Regeln festlegen (5 Minuten): Vorlauf, Absagefrist, welche Leistungen nur auf Anfrage.
  4. Testbuchung machen (5 Minuten): einmal am Handy als Kundin buchen, umbuchen und absagen.
  5. Link verteilen (5 Minuten): Google-Profil, Instagram, Website, Anrufbeantworter.

Typische Bedenken und was dagegen hilft

„Meine Stammkunden rufen lieber an.“ Das dürfen sie weiter. Online-Buchung ist ein zusätzlicher Weg, kein Ersatz. Jede Buchung, die online kommt, ist ein Anruf weniger während des Schneidens.

„Kunden buchen die falsche Leistung.“ Schreib klare Namen und kurze Beschreibungen: „Ansatzfarbe bis 2 cm“ statt „Farbe 1“. Bei Unsicherheit hilft ein Feld für eine Nachricht.

„Dann habe ich lauter kleine Lücken.“ Stell ein festes Zeitraster ein, zum Beispiel alle 15 Minuten, und plane Pufferzeiten ein. So entstehen keine 10-Minuten-Lücken, die niemand füllt.

„Jemand bucht und kommt nicht.“ Eine Erinnerung mit Absage-Link 48 Stunden vorher hilft, bei Neukunden mit langen Terminen zusätzlich eine Anzahlung.

Häufige Fragen

Was kostet eine Online-Terminbuchung für Friseure?

Eigene Buchungssysteme kosten meist eine feste Monatsgebühr. Marktplätze verlangen zusätzlich eine Provision auf neue Kunden, bei Treatwell laut Salonized-Preisseite 35 % auf neue Marktplatz-Buchungen. Vergleich am besten, was dich ein Neukunde im Monat insgesamt kostet.

Wie bekomme ich einen Buchen-Button in mein Google-Profil?

Im Google-Unternehmensprofil kannst du unter den Links einen Link für Terminvereinbarungen hinzufügen. Trag dort den Link zu deiner Buchungsseite ein. Dein Profil muss dafür bestätigt sein.

Sollte jede Leistung online buchbar sein?

Nein. Standardleistungen wie Schnitt, Ansatz oder Bart funktionieren gut online. Farbkorrekturen und große Veränderungen stellst du besser auf „Beratung buchen“ oder auf Anfrage.

Brauche ich eine Website für die Online-Buchung?

Nein. Eine eigene Buchungsseite hat einen eigenen Link, den du im Google-Profil, bei Instagram und per WhatsApp teilen kannst. Hast du eine Website, bindest du die Buchung dort zusätzlich ein.

Quellen

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